love and art is all I care about – the rest is simply not very interesting
Programm der FK Performative Praxis ABK website:
Die Fachklasse richtet sich an Künstler*innen, die eine eigene, körperlich verankerte Bildpraxis entwickeln, vertiefen und zugleich theoretisch kontextualisieren und verstehen möchten.
Die Fachklasse ist ein praktischer und theoretischer Rahmen für die Auseinandersetzung mit Kunst, insbesondere in ihren historischen, sozialen und intellektuellen Kontexten. Feministische, queere und dekoloniale Perspektiven bilden einen wesentlichen theoretischen und ästhetischen Rahmen für die gemeinsame Arbeit.
Die Fachklasse fungiert als ein Werkzeug, indem es kritisches Denken fördert, zu tiefgreifenden Diskussionen anregt und Künstlern einen Raum bietet, um den Status quo im Kunstfeld zu erforschen und zu hinterfragen.
“Perform and stink”
(Crispi Turlington in an interview with Flawless Sabrina, 2003)
In der Fachklasse treffen Körper, Bild und Sprache/Text aufeinander – nicht als feste Formate, sondern als Materialen die Situationen und Zuschauerschaft erzeugen.
Ausgangspunkt ist der Körper als Ort der Geste, der sozialen Handlung, der Erinnerung.
Performance wird verstanden als ein Prozess der Produktion (performativ) und nicht als ein Mechanismus des Ausdrucks (persönlich).
Die Fachklasse Performative Praxis Kunst steht in einer Tradition der bildenden Künste:
Im Fokus steht eine Praxis, die das Bildliche nicht isoliert, sondern im Zusammenhang mit Zeit, Nähe und Materialität begreift. Eine Einladung, das Bild zu befragen – nicht als Objekt, sondern als Handlung.
Bilder im Verschwinden.
Bilder in der Reproduktion.
Bildkonzepte.
Bildannahmen.
Bildanschauungen.
Bildgebungen.
Bildperspektiven
Der Körper als Bühne, als Buch, als Leinwand.
Der Körper als Ort der Erscheinung von Geschichte.
Der Körper als Gefäß und Medium von Narrationen.
Der Körper, ausführend und umgeben von Zeichen wie Geister ein Grab umschwirren.
Die Körper, die Freiheit fordern und produzieren.
Performance Kunst ist durchdrungen vom historischen Erbe körperlicher Markierungen als sozialen Insignien, die die Lebenden, diejenigen von uns, die immer noch Körper tragen und immer wieder versuchen, sich umzudrehen, heimsuchen und durchsieben.
“If it doesn’t make you nervous it´s not worth doing it”
(Flawless Sabrina in an interview with Crispi Turlington, 2003)
Die Fachklasse versteht sich als Raum für künstlerisches Denken in Bewegung.
Ein Denken das improvisiert, offen und poetisch ist.
Ein Denken welches die Poetiken des Performativen erforscht.
Poetiken des Experimentierens nicht perfekter Körper.
Poetiken des Unfertigen.
Die Fachklasse begreift künstlerisches Arbeiten als prozessorientierte, forschende Praxis.
Zeichnungen, Spuren, Notationen und andere visuelle Formate werden dabei nicht als
abgeschlossene Werke, sondern als Reste und Zeugnisse von Handlung, Erinnerung und
performativer Verdichtung verstanden.
Die Lehre orientiert sich an offenen, kollaborativen und transdisziplinären Formaten. Sie schafft Räume für experimentelle Bildfindung, kritische Reflexion und individuelle Entwicklung.
Die Lehre sucht das Kollektive und das Kollaborative ohne das Individuelle aufzugeben.
Künstlerische Prozesse werden nicht auf Ergebnisse hin ausgerichtet, sondern als denkende, sprechende und sichtbar werdende Praxis verstanden.
Künstlerische Praxis nicht als bloße Produktion formalisierter Werke, sondern als ein offener, verkörperter Denkprozess.
Künstlerische Praxis mit dem Körper als aktives Medium ästhetischer Erkenntnisse.
Ziel ist es, neue Formen bildlicher Sprache zu erproben – am Rande oder Inmitten von Materialität, Sichtbarkeit, Verkörperung, Klang, Zeitlichkeit, Insistenz und Position.
“Talent is insignificant. I know a lot of talented ruins. Beyond talent lie all the usual words: discipline, love, luck, but, most of all, endurance.”
(James Baldwin in an interview with Jordan Elgraby, 1984)
„Cristina Gómez Barrio and Wolfgang Mayer have been the home, the care, the bones, the soul of one of the most beautiful collaborative forces in the arts since 1998. It is difficult to summarize what they are, what they do, and yet so easy: they are exuberant and allow energies to flourish. It seems easy and yet control is these flays the nickname of art. So, to lose control and gain grace is a miracle, to lose control and gain common ground is a political action. Check their work if you don’t know them yet.”
(Chus Martinez, Februar 2020)
Lehrinhalte und Lehrmethoden für ABK website:
Das Studium begleitet die Studierenden in der Klasse durch Gespräche, Recherchen und Vertiefungen in Theorie und Praxis bei der Findung einer künstlerischen Form.
Das Studium setzt einerseits eigenständiges Arbeiten und Eigeninitiative, aber auch Offenheit zu kollektivem Arbeiten bei der Verfolgung und Erforschung der persönlichen Inhalte und der selbst gewählten Themen voraus.
Begleitend zum Prozess dieser Entwicklung erfolgt die Begegnung in der Klasse in Seminaren mit wechselnden Schwerpunkten, Gruppenkolloquien und Einzelgesprächen.
Als regelmässige Formate innerhalb der Fachklasse finden statt:
Das Modul Sound & Body (Intensive diskursive Hörsessions begleitet von Text, sowie Improvisations- und Bewegungtechniken) ist offen für die gesamte ABK
Permanente Beziehungen in den öffentlichen Raum in Stuttgart unter Berücksichtigung von Topos und Choros (materieller Raum und soziale Subjektivität – Orte und Menschen) als Grundlage für alle Begegnungen.
Gemeinsames Lesen und Vertiefen von Theoretischen Texten, ausgehend von konkreten künstlerischen Arbeiten und Suchen der Teilnehmer.innen.
Kollektives und individuelles Arbeiten (Klassenraum und Bewegungsraum) in den Aussenstellen der Mozartstrasse und des Heusteigtheaters, sowie im öffentlichen Raum und in Zusammenarbeit mit Institutionen.
Perspektivisch Verlagerung der Aussenstellen auf den Campus.
Gruppenkolloquien + Einzelbesprechungen (Deutsch, Englisch, Spanisch), basierend auf verschiedenen Methoden (Blinde Kritik, Critical response protocol erweitert nach Liz Lehrman, formlos, etc.)
Exkursionen im Semesterwechsel national (innerhalb der Region oder Deutschland) und international.
Ausstellungsbesuche sowie Begegnungen mit Künstlerinnen und Künstlern.
Lehrende
- Prof. Vorname Nachname
- AM Vorname Nachname
- LBA Vorname Nachname
Studierende
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Gäste
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